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Fährt man von Hermannstadt in Richtung Kronstadt, so befindet sich die Abfahrt in das kleine Örtchen Kerz rund 500 Meter nach dem Kreisverkehr, von dem aus es zum Transfagarasan geht. Zu übersehen ist die Abfahrt nach Kerz eigentlich nicht ...

Im diesem sehr gepflegten Örtchen befindet sich - überaus wahrnehmbar auf der rechten Seite der Durchgangsstaße - die Ruine des Klosters Kerz.

Diese, von französischen Mönchen errichtete Zisterzienserabtei, stammt noch aus den Jahren vor der sächsischen Besiedlung Siebenbürgerns und bildet eine kulturhistorische Einheit mit dem Kloster auf dem Michelsberg in Cisnadioara.

Blick vom Turm ...Blick vom Turm ...

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Diese Klosterruiune ist auf jeden Fall sehenswert und für mich einer der schönsten und erhabensten Orte in Siebenbürgen. Wobei "Ruine" nicht so ganz stimmt: Der hintere Teil des ehemaligen Klosters wird noch als Gotteshaus genutzt. So konnte ich mit großer Freude im Oktober 2016 meinen Freund Dietrich Galter, den ev. Dekan von Hermannstadt, im Rahmen eines Gottesdienstes an der Orgel bewundern.

Im Innenhof des ehemaligen Klosters zeugen Grabstellen von gefallenen Siebenbürger Soldaten, dass der 1. Weltkrieg auch an diesem so fernen Landstrich nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Der Aufstieg auf den Klosterturm ist etwas abenteuerlich, zumal die steinernden Stufen seit den Gründerjahren vermutlich nie saniert worden sind. Begegnet man ihnen mit dem nötigen Respekt, bietet sich von der Turmspitze ein toller Anblick auf das Gesamtensemble.

Blick vom Klosteruturm in den Innenhof ...Blick vom Klosteruturm in den Innenhof ...

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Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika im gebundenen System mit Querhaus, zweijochigem pentagonalem Chor und beiderseits je zwei rechteckigen Kapellen.

Das Langhaus wies vier Doppeljoche auf. Die Klausur lag rechts (südlich) von der Kirche.

Erhalten sind Chor, Vierung und eine südliche Seitenkapelle. Langhaus, Fassade und der Ostteil der Klausur sind als Ruinen erhalten.

FrontansichtFrontansicht

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Wer noch eine kleine Rundreise durch den sogenannten Krautwinkel auf der Agenda hat, fährt nicht zurück zur Hauptstraße, sondern folgt der Straße aus dem Ort heraus in Richtung Osten.

Nach rund 2,5 Kilometern trifft man dann auf eine T-Kreuzung, an der man links abbiegen sollte. Diese Stelle ist sehr markant, zumal sich dort ein Elektrizitätswerk, ein Staudamm und ein großer See befinden.

Soweit man der Ausschilderung in Richtung Angneta / Agneteln folgt, erlebt man ein aus meiner Sicht sehr ursprüngliches Siebenbürgen, das seine ehemaligen deutschen Siedlungsstrukturen immer wieder sichtbar werden lässt.

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Übrigens: Ein kurzer Abstecher nach "Albota" lohnt sich allemal, zumal dieses interessante Ziel bestmöglich ausgeschildert ist.

 

Albota ist ein kleines Naherholungs- und Erlebnisrefugium. Nebenbei bemerkt: Das gute Essen im Restaurant "Hermania" in Sibiu kommt aus diesen Zuchtanlagen ...

Von Kerz muss dann allerdings wieder zurück zur Hauptstraße und nicht in Richtung "Krautwinkel" (Agnetha).