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Aus aktuellem Anlass ein kleines Vorwort: Nach rund fünf Jahren haben sich dann doch im Mai 2016 die Wege getrennt. Die Trophy 900 fährt nun in guten Händen in Ostwestfalen-Lippe und wird den neuen Eigentümer hoffentlich noch viele tausende Kilometer ebenso beglücken, wie sie mich erfreut hat. Ich habe mich schweren Herzens von dem Motorrad getrennt, da ich kaum Zeit für ein Motorrad, geschweige denn für zwei Exemplare habe. Aus diesem Grunde habe ich mich auch von der bisherigen (schwarz/weißen) Suzuki DL 650 getrennt und von dem Verkaufserlös beider Maschinen eine neue DL 650 XT erworben. Hierzu nähere Informationen auf der entsprechenden Unterseite.

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Luxus heißt: Zwei Motorräder ...

Im Luxus schwelgen heißt: Eines davon ist eine Triumph ...

Mehr als zwei Jahre nach meinem kapitalen Abflug in den Alpen mit meiner Triumph Sprint ST bin ich seit August 2011 endlich wieder stolzer Besitzer eines Triples: Triumph Trophy 900.

Ich muss zugeben, die Trophy war nicht auf Anhieb "das" Motorrad, das ich mir vorgestellt habe.

Andererseits ist es schwierig, auf dem Gebrauchtmarkt etwas zu finden, das (a) meinem Anspruch genügend gepflegt wurde, (b) eine geringe Laufleistung hat, (c) vom Preis akzeptabel und (d) reisetauglich ist und (e) obendrein noch drei Zylinder hat.

Wer nämlich einmal den unverwechselbaren Klang eines Dreizylinders an sein Ohr gelassen und zudem ein wenig Benzin im Blut hat, kommt so schnell davon nicht wieder los.

Was für mich wie Musik in den Ohren klingt, hört sich für einen Nichtkenner britischer Ingenieurskunst allerdings an wie ein Sack Schrauben ... love it, or hate it!

Das nachfolgende Video stellt eindrucksvoll unter Beweis, was ich meine. Dieses Motorrad könnte die Zwillingsschwester meiner "dicken Engländerin" sein, wobei ich mir eine neue (bessere und schönere) Sitzbank gegönnt habe.

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Meine lange Suche war also schlussendlich erfolgreich, alle Kriterien von (a) bis (e) waren erfüllt - aber keine Speedy, Thunderbird Sport oder Sprint, sondern ein Dickschiff, ein Reisedampfer: Eine Trophy. Herrlich frisch im Lack, trocken der Motor, kein Rost ... also alles Bingo!

900 ccm und 98 PS sorgen für ausreichend Drehmoment und Vortriebskraft. Die Bremsanlage mit ihrem guten Druckpunkt regelt die Energievernichtung zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Trophy ... reisefertigTrophy ... reisefertig

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Der erste Eindruck war respekteinflößend. Wer einmal vollgetanke 260 Kilogramm schiebetechnisch "aus der Hand" bewegt hat, weiß wovon ich spreche.

Nun, die Probefahrt konnte all das leider auch nicht ausräumen, da die Reifen alt und eckig abgefahren waren. Aber die Bedenken wurden zur Seite gewischt, zumal alle Verschleißteile (bis auf die Reifen) in Ordnung waren und die Trophy obendrein die kostenintensive 20.000er-Inspektion hinter sich hatte - dachte ich zumindest.

Auf dem Heimweg verhielt sich "die Dicke" eigentümlich schwerfällig in den Kurven, stellte sich seltsam auf und ich bekam schon leichte Zweifel.

Als ich allerdings die eckig gefahrenen Metzeler gegen funkelniegelnagelneue BT023 getauscht habe, war es ein Gefühl wie auf einem anderen Motorrad: Ist die Fuhre erst einmal in Bewegung, lässt sie sich federleicht in die Kurven dirigieren und die reichlich Pfunde um die Hüften fallen nicht mehr ins Gewicht.

Der positive Gesamteindruck wurde dann im Rahmen einer eingehenden "Untersuchung" in der Fachwerkstatt bestätigt: Lediglich ein Auslassventil musste eingestellt und das Öl gewechselt werden.

Mittlerweile habe ich mehr als 25.000 problemlose und stressfreie Kilometer mit "der Dicken" abgespult. Auf langen Reisen zeigt sich eine der Stärken dieses Motorrades: Reisetauglichkeit! Gepäck? Kein Problem. Kilometerfressen? Kein Problem. Sozia? Kein Problem. Sportliches Kurvenswingen? Kein Problem.

Fazit: Auch nach 20 Jahren wirkt das Motorrad frisch und up to date. Das sah auch im März 2016 der TÜV so, der der Trophy problemlos "freie Fahrt" für weitere 2 Jahre attestiert hat.

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Und zum Schluss noch etwas zur Farbe: Ein Ferrari muss rot und eine Triumph very "british racing green" sein ...

Nach nunmehr (Stand: März 2016) fast 30.000 Kilometer mit meiner Trophy vermag ich nichts Negatives zu vermelden: Das Dickschiff zieht seine Bahnen und hat mich bislang nicht im Stich gelassen. Tanken, Putzen, Kette schmieren und Luftdruck prüfen ... mehr war bislang nicht erforderlich.

Wenn man ein Haar in der Suppe suchen möchte, dass wird man definitiv beim Hauptständer fündig: Die Hebelwirkung ist etwas ungünstig, die Kraftentwicklung beim Aufbocken auf den Hauptständer verpufft irgendwie. Selbst mit dem eigens dafür vorgesehenen ausklappbaren Zusatzgriff ist "die Dicke" nur mit einem gewissen Kraftaufwand auf den Ständer zu bekommen. Und wenn man schon dabei ist: Die Verwirbelungen hinter der Standartscheibe sind schon markant. Ihne Ohrstöpsel ist auf längerer Tour der Hörschaden vorprogrammiert.

Ich habe mir deshalb für 30 EUR in der Bucht (eBay) eine hohe Tourenscheibe geangelt. Dahinter fährt es sich herrlich ruhig. Allerdings wird der sportliche Gesamteindruck der Maschine dadruch doch ein wenig gestört, aber wie sagte schon Shakespeare: Schönheit liegt im Auge des Betrachters ... und mir gefällt es!

Übrigens: Der Spritverbrauch liegt - je nach Fahrweise - zwischen 5,5 und 6,0 Litern, was ich angesichts der Schwere der Maschine für akzeptabel halte.