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BMW R 1200 GS

Vielleicht ist es meinem zunehmenden Alter geschuldet, dem fairen Preis für die Gebrauchtmaschine, dem guten Kurs für die Inzahlungnahme meiner gebrauchten Ténéré ... oder einfach nur der Tatsache, auf langen Motorradreisen das beste Motorrad fahren zu wollen - ich weiß es (noch) nicht.

Fakt ist aber, dass ich nun (September 2012) eine R 1200 GS mein Eigen nennen darf.

Ich gebe gerne zu, dass ich mir dies noch vor wenigen Monaten nicht hätte vorstellen können. Man(n) sollte halt nie nie sagen ...

Meine ersten Eindrücke bestätigten die Richtigkeit der Kaufentscheidung: Drehmoment im Über-fluss, PS in ausreichender Anzahl und ein Fahr-werk, wie ich es so gut noch nicht gefahren bin.

Nun gut, der Sound ist eher nachbarschafts-freundlich und über das Design kann man trefflich streiten - aber fahrtechnisch ist die BMW schon etwas besonderes.

Erstmalig in meinem Motorradleben treibe ich nun eine Kuh, wie die BMW in Fachkreisen liebe-voll genannt wird. Erstmalig bin ich auch Besitzer eines Motorrades mit ABS. Mal schauen, wann ich dieses Sicherheitsfeature das erste mal einsetzen muss.

Was mich ein klein wenig gestört hat, waren die Gussfelgen, die nicht nur weniger Abenteuerlust versprühen, als dies bei Speichenfelgen nun einmal der Fall ist, sondern auch weniger Gelände-tauglichkeit verheißen (sollen). Da aber das ganze Drumherum beim Motorrad gut in Schuss war und ich mich sofort positiv angesprochen fühlte, habe ich die Felgen als kleineres Übel gewertet. Erste Versuche im leichteren Gelände lassen zumindest fahrtechnisch keinen Unterschied zu Speichen erkennen. Nach Hardcore-Cross steht mir ohnehin nicht der Sinn: Endurowandern - am besten auf leeren Schotterpisten in Osteuropa - ist das Zauberwort.

Ein kleiner Wermuthstropfen mischte sich aller-dings in meine anfänglich große Freude, als ich merkte, dass ein Getriebe- und Kupplungs-simmerring defekt war. Öl auf der Kupplung ist nicht gut für die BMW, so dass eine Revision erforderlich wurde. Hier gilt mein ausdrücklicher Dank dem Vorbesitzer, der sich an den Kosten beteiligt hat. Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei dem Team von Motorrad Stamm in Ahlen, das die Operation am "offenen Herzen" hervorragend gemeistert hat.

Nachdem ich im Sommer 2013 für gut zwei Wochen in Rumänien unterwegs war, kann ich auch etwas zur Reise- und Off-Road-Tauglichkeit sagen: gut bis sehr gut und die Adventure-Sitzbank ist ein Gedicht. Die schlechten Straßen in den Ostkarpaten und den Maramures sind nichts für Racer, Streetfighter oder Chopper. Aber dank der hervorragenden Abstimmung von Fahrwerk, Motor und Getriebe war das alles kein Problem. Unter dem Strich bleiben 6.000 entspannte Kilometer, auch abseits der befestigten Wege.

Streckbrief: BMW R 1200 GS, Baujahr 2006, Laufleistung 38.500 km, 98 PS ...

Als Zubehör montiert habe ich einen Sturzbügel von H+B (für den Fall der Fälle im Gelände), ein Bagster-Tankrucksack-System (aus meiner Sicht das beste System am Markt) und nunmehr auch einen Zubehörauspuff von LeoVince (gegen das Gewicht und für´s Ohr, weniger für die Leistung).

Montiert habe ich mittlerweile meine heiß geliebten Heidenau K60 Scout, ein guter Kompromiss für Straße und leichteres Gelände. Auf der XT haben mich die Pneus nie im Stich gelassen und mit einer hohen Laufleistung geprotzt. Mal schau´n, wie sie sich so auf der Q machen ...

Hier ein Foto aus dem "Operationssaal" von Motorrad Stamm in Ahlen: Getriebeausgang undicht, Kupplung defekt ... Operation am offenen Herzen.

Aus dem Operationssaal ...Aus dem Operationssaal ...

Das freigelegte Herz der BMWDas freigelegte Herz der BMW

Nachtrag:

Nach der Saisonabschlussfahrt Ende September 2013 erblickte ich ein völlig veröltes Hinterrad.

Diagnose: Kardanwelle defekt. Reparaturkosten? Wirtschaftlich nicht sinnvoll!

Konsequenz: Nach defekter Kupplung 2012 und Kardanproblemen 2013 mit einem Gesamtrepara-turaufwand von rund 3.000 EUR habe ich die BMW auf eine neue Suzuki DL 650 in Zahlung gegeben.

BMW: Ein schönes Motorrad, aber meine war nicht wirklich zuverlässig. Wenn einer der vorgenannten Probleme auf meiner Rumänien-Tour aufgetaucht wäre ... ich möchte nicht weiter drüber nachdenken.

Aufgrund der schlechten Erfahrungen würde ich mir vermutlich so schnell keine BMW wieder kaufen. Aber wie heißt es so schön: Sage niemals nie ...